Pension SchlossgasseLieberose am Markt

Ausflüge · 4 Minuten Lesezeit

Gedenkstätte Jamlitz: Erinnerung an das KZ-Außenlager Lieberose

Die Dokumentations- und Begegnungsstätte Jamlitz erinnert in der Gemeinde Jamlitz bei Lieberose an das KZ-Außenlager Lieberose (1943 bis 1945) und an das sowjetische Speziallager Nr. 6 (1945 bis 1947). Der Besuch ist kostenfrei, das Außengelände ist durchgängig geöffnet.

Was ist die Dokumentations- und Begegnungsstätte Jamlitz?

Die Stätte erinnert an zwei Lager, die nacheinander auf demselben Gelände bestanden: das Außenlager Lieberose des Konzentrationslagers Sachsenhausen und das Speziallager Nr. 6 der sowjetischen Besatzungsmacht. Nach Angaben des Betreibers ist Jamlitz einer von nur drei Orten in Deutschland, an denen ein nationalsozialistisches Konzentrationslager später zu einem sowjetischen Speziallager wurde; die anderen beiden sind Weimar-Buchenwald und Oranienburg-Sachsenhausen.

Die Bundeszentrale für politische Bildung beschreibt, dass die beiden Dokumentationsstätten im Sommer 2003 eröffnet wurden. Betrieben werden sie von der evangelischen Kirche in Zusammenarbeit mit dem Land Brandenburg und jüdischen Organisationen. Es handelt sich um zwei Freiluftausstellungen, die sich mit der Geschichte beider Lager befassen. Jamlitz gehört zum Amt Lieberose/Oberspreewald und hatte nach Wikipedia 501 Einwohner (31.12.2025).

Was geschah im KZ-Außenlager Lieberose?

Das Lager wurde im Herbst 1943 eingerichtet. Wir schildern die Ereignisse knapp und sachlich, weil sie belegt sind und für sich sprechen. Häftlinge aus dem KZ Sachsenhausen und Zwangsarbeiter bauten es nach Angaben von Reiseland Brandenburg auf, es war das zweitgrößte Außenlager von Sachsenhausen. Die Anlage diente dem Ausbau militärischer Einrichtungen in der Gegend. Die SS ließ Gefangene Baracken und Straßen bauen, Gleise verlegen und militärische Anlagen errichten, nach Darstellung der Bundeszentrale für politische Bildung kamen Häftlinge aus mehreren Konzentrationslagern, darunter Sachsenhausen, Auschwitz und Groß Rosen.

Ende 1944 waren dort etwa 4.000 Häftlinge inhaftiert, rund 90 Prozent von ihnen waren Juden. Als das Lager im Februar 1945 vor der anrückenden Roten Armee geräumt wurde, wurden die marschfähigen Häftlinge in Richtung Sachsenhausen getrieben. Die Kranken und Schwachen, die nicht mehr marschieren konnten, wurden auf dem Gelände ermordet. Reiseland Brandenburg nennt die Zahl von 1.342 Menschen; die Bundeszentrale für politische Bildung spricht von mehr als tausend, überwiegend jüdischen Häftlingen. Die beiden Angaben unterscheiden sich; wir nennen sie so, wie die Quellen sie führen, und verweisen für Genaueres auf die Gedenkstätte.

Was war das Speziallager Nr. 6?

Nach dem Kriegsende richtete der sowjetische Geheimdienst im September 1945 auf dem Gelände das Speziallager Nr. 6 ein. Es bestand bis 1947. Dort wurden nach Darstellung von Reiseland Brandenburg Deutsche unter verschiedenen Vorwürfen ohne Gerichtsverfahren festgehalten. Von den mehr als 10.000 Internierten starb ein Drittel an den katastrophalen Haftbedingungen.

Beide Zeitabschnitte sind Thema der Ausstellungen auf dem Gelände. Es sind zwei verschiedene Kapitel der Geschichte mit unterschiedlichen Trägern und Hintergründen, die jeweils für sich betrachtet werden müssen. Ein jüdischer Friedhof markiert die Stelle, an der 1971 ein Massengrab entdeckt wurde.

Wie besuchen Sie die Gedenkstätte?

Die Anschrift lautet Kiefernweg, 15868 Jamlitz. Nach Angaben der Betreiber ist das Außengelände durchgängig geöffnet, der Eintritt ist frei und eine Anmeldung ist nicht nötig. Für Führungen ist eine vorherige Buchung erforderlich; Kontakt und aktuelle Termine finden Sie auf der Website der Stätte (die-lager-jamlitz.de) oder per Mail an info@die-lager-jamlitz.de.

Neben den Ausstellungen im Freien arbeitet die Stätte pädagogisch. Zum Programm gehören nach eigener Darstellung Bildungsangebote, Gedenkveranstaltungen, Publikationen und der Audioweg Jamlitz, ein Rundgang mit Audioführung, der die Ortsgeschichte erschließt. Wenn Sie ihn gehen möchten, erkundigen Sie sich vorher bei der Stätte, wo er beginnt und wie lange er dauert, denn dazu haben wir keine belegte Angabe. Da die Ausstellungen im Freien liegen, richten sich Kleidung und Schuhe nach dem Wetter. Planen Sie ausreichend Zeit ein; der Ort verlangt Ruhe, und gerade bei Gruppen und mit Kindern lohnt es sich, den Besuch vorher zu besprechen.

Hilfreich ist vorab ein kurzer Blick auf die Website der Stätte, bevor Sie fahren. Dort finden Sie die Hintergründe zu beiden Lagern, Hinweise zu Führungen und zum Audioweg. Führungen müssen nach Angaben der Betreiber im Voraus gebucht werden, das gilt auch für größere Gruppen.

Welche Orte in Lieberose gehören zur Geschichte der Region?

Lieberose erhielt laut Wikipedia am 29. November 1302 das Stadtrecht. Die Familie von der Schulenburg beherrschte die Herrschaft ab 1519 für 400 Jahre. Aus einer Wasserburg des 14. Jahrhunderts entstand um 1750 das barocke Schloss, dazu gehört der Schlosspark. Die Ruine der gotischen Stadtkirche aus dem 15. und 16. Jahrhundert wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, die neugotische Landkirche stammt aus den Jahren 1825 und 1826.

Wer sich einen Tag mit der Geschichte der Gegend beschäftigt, kann den Besuch in Jamlitz mit einem Gang durch Lieberose verbinden. Details zum Schloss finden Sie im Ratgeber Schloss Lieberose. Zur Landschaft rund um die Stadt gehört nach Wikipedia die Lieberoser Wüste, Deutschlands größte Wüstenlandschaft; mehr dazu lesen Sie bei den Hinweisen zur Lieberoser Heide.

Wie weit ist es von Lieberose nach Jamlitz?

Jamlitz liegt östlich von Lieberose und gehört wie die Stadt zum Amt Lieberose/Oberspreewald; die Gemeinde umfasst 43,43 km² und wurde 1302 erstmals als Jemniz erwähnt. Der frühere Bahnhof Lieberose, seit 1958 Bahnhof Jamlitz, lag fünf Kilometer vom Zentrum entfernt; der Personenverkehr auf der Strecke Cottbus nach Frankfurt (Oder) endete im Dezember 1998. Heute erreichen Sie den Ort am einfachsten mit dem Auto oder dem Fahrrad, mehrere Buslinien verbinden Lieberose laut Reiseland Brandenburg mit der Umgebung (Linien 21, 519, 510 und 402); ob eine davon Jamlitz bedient, prüfen Sie bitte in der Fahrplanauskunft.

Die Pension Schlossgasse am Markt 37 in Lieberose bietet acht Doppelzimmer mit eigenem Bad, sichere Fahrradlagerung und kostenlose Parkplätze direkt am Haus. Gäste, die sich einen Tag Zeit für die Geschichte der Gegend nehmen möchten, können über die Anfrage ein Zimmer reservieren.

Fragen und Antworten

Was war das KZ-Außenlager Lieberose?

Es war ab Herbst 1943 das zweitgrößte Außenlager des KZ Sachsenhausen. Ende 1944 waren etwa 4.000 Häftlinge dort, rund 90 Prozent von ihnen Juden.

Was geschah im Februar 1945?

Das Lager wurde geräumt, die marschfähigen Häftlinge wurden Richtung Sachsenhausen getrieben. Die übrigen wurden ermordet, laut Reiseland Brandenburg 1.342 Menschen.

Kostet der Besuch Eintritt?

Nein. Nach Angaben der Betreiber ist der Eintritt frei, das Außengelände ist durchgängig geöffnet. Führungen müssen vorher gebucht werden.

Wo liegt die Gedenkstätte?

Am Kiefernweg in 15868 Jamlitz, östlich von Lieberose.

Was war das Speziallager Nr. 6?

Ein sowjetisches Internierungslager von 1945 bis 1947 auf demselben Gelände. Laut Reiseland Brandenburg starb ein Drittel der mehr als 10.000 Internierten.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Pension Schlossgasse, Markt 37, 15868 Lieberose.

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