Pension SchlossgasseLieberose am Markt

Ausflüge · 5 Minuten Lesezeit

Schloss und Stadt Lieberose: Geschichte und was Sie besuchen können

Das Schloss Lieberose ist eine dreigeschossige Vierflügelanlage von 72 mal 60 Metern, die ab etwa 1750 im Stil des Barock ausgebaut wurde; die Touristinformation zählt sie zu den größten Barockschlössern Brandenburgs. Zu sehen sind heute vor allem der Schlosspark von nahezu 50 Hektar, die Darre am Schlosshof und die Stadt, in der auch die Pension Schlossgasse liegt.

Was ist über die Geschichte des Schlosses bekannt?

Das Schloss wird 1301 erstmals als Wasserburg erwähnt. Seit dem 11. November 1519 gehörte Lieberose der Altmärker Familie von der Schulenburg, die die Stadt laut Wikipedia 400 Jahre prägte. Im frühen 16. Jahrhundert entstand eine dreiflügelige Renaissanceanlage; der Westflügel kam zuerst, der Ostflügel nach 1557, er erhielt bis Ende des 16. Jahrhunderts ein weiteres Geschoss.

Ab etwa 1750 ließ Reichsgraf Georg Anton von der Schulenburg das Schloss zur barocken Vierflügelanlage mit Mansarddächern und einem Uhrturm im Westflügel ausbauen. Zu den Räumen zählen laut Wikipedia das Bacchuszimmer im Westflügel und das Dianazimmer im Ostflügel; erhalten sind fünf barocke Stuckdecken aus den Jahren 1688 bis 1695. Ein Stadtbrand 1657 hatte das Schloss zuvor schwer beschädigt.

Im Zweiten Weltkrieg zerstörten Bomben 1945 den Nordflügel und Teile des Westflügels. Der Uhrturm stürzte 1975 ein. Wikipedia führt das darauf zurück, dass das Schloss auf morschem Untergrund mit Eichenpfählen steht und der Grundwasserspiegel wegen des Kohlebergbaus in der Region sank. Die Schulenburgs besaßen das Schloss bis 1945.

Wie wurde das Schloss nach 1945 genutzt?

In der DDR-Zeit zogen eine Berufsschule mit Wohnheim, ein Kino und eine Ferieneinrichtung ein. Seit den 1990er Jahren steht das Schloss weitgehend leer. 1993 begannen die Sicherungsarbeiten, danach übernahm die Brandenburgische Schlösser GmbH das Eigentum. Von 2017 bis 2021 fanden im Schloss die Ausstellungen des Kunstfestivals Rohkunstbau statt. Am 5. Juni 2019 billigte die Landesregierung den Verkauf, im April 2022 erwarb der Berliner Augenarzt Thomas Pahlitzsch das Schloss mit Zusagen zum Erhalt und zum öffentlichen Zugang zum Park.

Kann man das Schloss von innen besichtigen?

Nach Wikipedia ist die Anlage weitgehend verfallen und ungenutzt; ein regulärer Besucherbetrieb im Inneren ist in den uns vorliegenden Quellen nicht beschrieben. Fragen Sie bitte vorab bei der Touristinformation Lieberose nach aktuellen Möglichkeiten.

Von außen und vom Park aus lässt sich die Anlage gut betrachten. Der Schlosspark wurde etwa 1883 angelegt, bezieht Küchensee und Großen See ein und umfasst nach Wikipedia nahezu 50 Hektar, die in den vergangenen Jahren wiederhergestellt wurden. Die Pension am Markt 37 liegt in der Stadt, sodass Sie das Schloss zu Fuß erreichen können.

Wenn Sie nur wenig Zeit haben, gehen Sie vom Markt zur Darre am Schlosshof, dann um das Schloss herum in den Park und zurück durch die Stadt. Wer mehr sehen möchte, geht anschließend den Alleen-Rundweg mit 7,4 km. Ob Sie die kurze Runde an einem Vormittag schaffen, hängt von Ihrem Tempo und Ihren Pausen ab.

Welche weiteren Sehenswürdigkeiten hat Lieberose?

Am 29. November 1302 bestätigte Markgraf Dietrich IV. die Rechte des Ortes und verlieh ihm Stadtrecht. Die gotische Stadtkirche aus dem 15. und 16. Jahrhundert ist seit ihrer Zerstörung am Kriegsende 1945 eine Ruine, der Turm blieb fast unbeschädigt. Die Landkirche, eine neugotische Hallenkirche von 1825/26, bewahrt Ausstattung aus der zerstörten Stadtkirche.

Die Darre, ein früherer Kiefernzapfen-Trockenraum des Schlosses, wurde von 2009 bis 2011 saniert beziehungsweise neu aufgebaut und 2012 eröffnet. Sie dient als Bürgerzentrum mit Touristinformation, Darre- und Forstmuseum, Bürgersaal und dem Restaurant „Zur Darre“ (Stand der Wikipedia-Angabe, Öffnungszeiten bitte vorab erfragen). Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählen die Kursächsische Postdistanzsäule, die Wassermühle Doberburg und das Friedrichstein-Denkmal bei Behlow und Goschen. 1759 sammelte Friedrich der Große sein nach der Schlacht bei Kunersdorf geschlagenes Heer bei Lieberose.

Zur dunklen Seite der Geschichte gehört das KZ Lieberose, das die SS 1943 als Außenlager des KZ Sachsenhausen einrichtete. Eine Dokumentationsstätte besteht seit 2003. Mehr dazu im Ratgeber Gedenkstätte Jamlitz.

Was prägte die Stadtgeschichte nach 1519?

Die Schulenburgs machten Lieberose zur Standesherrschaft mit Sitz und Stimme im Adelsstand des Markgraftums Niederlausitz. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hatte Lieberose nach Wikipedia den Charakter einer kleinen Residenzstadt. 1816 wurden die Herren von der Schulenburg-Lieberose in den Grafenstand erhoben, im gleichen Jahr kam die Stadt zum Kreis Lübben; zu DDR-Zeiten gehörte sie zum Kreis Beeskow.

Im frühen 20. Jahrhundert beherbergte die Stadt einen der bedeutendsten Forstbetriebe der Provinz Brandenburg, und die Forstwirtschaft prägt die Wirtschaft bis heute. Eingemeindet wurden Trebitz am 1. Mai 1997, Blasdorf am 29. Dezember 1997 und Doberburg am 26. Oktober 2003. Zu den gebürtigen Lieberosern zählen der Pädagoge und Hofastronom Georg Krüger (1642 oder 1643 bis 1707) und die Philosophin und Schriftstellerin Sigrid von der Schulenburg (1885 bis 1943).

Die Landkirche mit ihrer Ausstattung aus der zerstörten Stadtkirche, die Postdistanzsäule und die Mühle in Doberburg lassen sich bei einem Spaziergang durch die Stadt und die Ortsteile gut verbinden.

Gibt es einen Rundweg durch Lieberose?

Der Alleen-Rundweg ist laut Brandenburg Tourismus 7,4 km lang und dauert etwa zwei Stunden. Er beginnt am Bürgerzentrum Darre, Schlosshof 3a, und führt über Hollbrunn und Münchhofe zurück nach Lieberose. Unterwegs kommen Sie an der Darre, an der Kapelle mit der Begräbnisstätte der Familie Schulenburg, am Schloss und seinem Park, an einer historischen Gärtnerei und an einem früheren Rittergut in Hollbrunn vorbei.

Der Weg führt durch Alleen mit Kastanien und Eichen, über die B 168, durch Kiefernwald und über Wiesen, auf denen sich bisweilen Kraniche zeigen. Münchhofe war ein Vorwerk des Klosters Neuzelle. Zum Abschluss geht es durch den Schlosspark.

Wann ist die Touristinformation geöffnet, und wo übernachten Sie?

Die Touristinformation im Schlosshof 3a vermittelt nach eigenen Angaben Unterkünfte und Arrangements und verkauft Postkarten, Wanderkarten und Bücher zur Region. Laut Reiseland Brandenburg ist sie von Oktober bis April geschlossen (Stand Oktober 2026, bitte vorab prüfen). Lieberose liegt zentral zwischen Lieberoser Heide, Schlaubetal, Schwielochsee und Spreewald, wie die Touristinformation selbst schreibt; weitere Ziele stehen unter Reiseziele.

Die Pension Schlossgasse liegt am Markt 37 und hat acht Doppelzimmer mit eigenem Bad, Laubengang, Dachterrasse und kostenlose Parkplätze am Haus. Zimmer und Preise zeigt die Seite Zimmer und Preise.

Fragen und Antworten

Wann wurde das Schloss Lieberose gebaut?

Erste Erwähnung 1301 als Wasserburg, der barocke Ausbau zur Vierflügelanlage mit 72 mal 60 Metern begann um 1750 (Wikipedia).

Wie groß ist der Schlosspark in Lieberose?

Der Schlosspark umfasst laut Wikipedia nahezu 50 Hektar.

Wie lang ist der Rundweg durch Lieberose?

Der Alleen-Rundweg über Hollbrunn und Münchhofe ist laut Brandenburg Tourismus 7,4 km lang und dauert etwa zwei Stunden.

Gibt es in Lieberose eine Touristinformation?

Ja, im Schlosshof 3a. Sie ist laut Reiseland Brandenburg von Oktober bis April geschlossen; bitte vor dem Besuch prüfen.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Pension Schlossgasse, Markt 37, 15868 Lieberose.

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